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Seele/Emotion
Emotionen sind wunderbar und schrecklich, sie verwandeln die Welt
in Zuckerguss oder in eine fast unerträgliche Last. Sie sind
unmittelbar, scheinen unkontrollierbar und begleiten uns täglich.
Seele/ Emotion ist hier eher im psychologischen Sinne gemeint,
nicht im esoterischen. Zur Spiritualität finden Sie mehr unter
Lebensvision.
Im hier vorgestellten Orientierungs-Systems ist es das Ziel, emotionale
Gesundheit mit möglichst vielen Hochgefühlen
zu erreichen, d.h. positive Emotionen zu unterstützen und negative
zu kontrollieren.
Konkret bedeutet dies:
- Stress abzubauen,
- kleine negative Gefühle des Alltags zu "überschreiben",
- länger anhaltende negative Gefühle zu verstehen und
abzubauen,
- positive Gefühle wo immer möglich und sinnvoll auskosten.
Aber wie soll man das machen? Hier nun einige Anhaltspunkte:
Emotionen wie Liebe, Hass, Ekel oder Trauer sind sehr stark mit
Körper und Geist verbunden. Stress z.B. drückt sich in
unterschiedlichsten Körperreaktionen aus wie Schwitzen, erweiterte
Bronchien, erhöhter Herzschlag, Zuckerausschüttung der
Leber in die Blutbahn, Adrenalinausschüttung und vieles mehr.
Diese Reaktionen sind bei Menschen auf der ganzen Welt sehr ähnlich.
Manche Erklärungssysteme der Emotionen gehen davon aus, dass
erst eine kognitive Bewertung zu einem Gefühl führen,
also "erst denken, dann fühlen" (z.B. die James-Lange-Theorie
oder die Theorie der kognitiven Bewertung von Lazarus), ein umstrittenes
Thema.
Emotionen sind also hoch komplexe Vorgänge. Wie soll man negative
Emotionen in den Griff bekommen? Die Anwort steckt gerade in der
Verbindung zu Körper und Geist:
Der Körper "kontrolliert", kurzfristig betrachtet,
Emotionen durch eine Art Überschreiben des Körperzustandes.
Das heißt z.B.: Joggen gegen Wut, Schokolade gegen Traurigkeit.
Langfristiger gesehen hilft dies natürlich weniger. Eher wird
man wohl Marathon-Olympiasieger als dass man durch Joggen seine
Emotionen auf Dauer kontrollieren könnte.
Hier setzt der Einfluss des Intellekts
ein. Durch Prinzipien wie Lebensvision, Verständnis oder positives
Denken lassen sich Emotionen kurzfristig aber vor allem auch nachhaltig
positiv beeinflussen.
Aber wozu überhaupt Kontrolle? Sind meine Emotionen nicht
wichtig für unser Leben und machen erst den Menschen aus?
Darüber lässt sich trefflich streiten. Fakt ist jedoch,
dass durch langanhaltende negative Emotionen ausgelöste Phänomene
wie z.B. chronischer Stress oder Burn-out-Syndrom nicht nur keinen
Spass machen, sondern auch gesundheitsschädlich sind.
Mir scheint noch ungeklärt, ob man positive Emotionen weiterhin
genießen kann, wenn man die negativen kontrolliert. Ein Hinweis
darauf, dass es machbar ist, ist (neben meiner eigenen Lebenserfahrung)
der Ansatz, dass negative und positive Emotionen im Gehirn unterschiedlich
organisiert sind. Es scheinen zwei anders geartete Verarbeitungs-Prinzipien
zu sein. Stefan Klein [lit]
beschreibt sehr anschaulich, dass z.B. Zitronensaft bei Säuglingen
oder Lampenfieber v.a. die linke Gehirnhälfte aktiviert, im
Gegensatz dazu positive Gefühle die rechte Gehirnhälfte.
Wie Sie sehen ist das Thema Emotionen sehr emotional ;o) Aber es
lohnt sich in jedem Fall, daran zu arbeiten.
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